Ein Mann des Gebets – Ein Leben für Jesus in Indien
1. Herkunft, frühe Prägung – und tiefe Ablehnung des Christentums
Bakht Singh wurde am 6. Juni 1903 im Dorf Jhander im Distrikt Gujranwala (Punjab, damals Britisch-Indien, heute Pakistan) in eine wohlhabende und strenggläubige Sikh-Familie geboren. Er besuchte als Kind eine christliche Missionsschule – nicht aus Interesse am Glauben, sondern aus pragmatischen Gründen. Das Christentum war ihm zuwider – nicht zuletzt, weil es in seinen Augen die Religion der britischen Kolonialherren war, die sein Volk unterdrückten.
Zum Schulabschluss erhielt er – wie üblich – eine Bibel als Geschenk. Aus Protest und Ablehnung soll er sie öffentlich zerrissen haben.
Bereits mit zwölf Jahren wurde er verheiratet, wie es der Tradition entsprach. Seine religiöse Erziehung prägte ihn zutiefst – aber nicht im Sinne einer offenen Suche nach Wahrheit, sondern mit festem Stolz auf seine Herkunft und einem entschlossenen „Nein“ zu Jesus Christus.
2. Eine dramatische Bekehrung – und der Bruch mit allem
Bakht Singh reiste später nach England und dann nach Kanada, um Ingenieurwissenschaften zu studieren. Auf dem Schiff nach Kanada nahm er – um nicht als engstirniger Inder zu gelten – an einem christlichen Gottesdienst teil. Was er dort hörte, ließ ihn nicht mehr los. In Vancouver begegnete er einer christlichen Familie, deren Lebensstil ihn zutiefst berührte.
Er begann – zunächst innerlich widerwillig – in der Bibel zu lesen, zu beten und Jesus Christus zu suchen. Der innere Widerstand wich Schritt für Schritt einer tiefen Erkenntnis: Dass Jesus nicht nur ein „westlicher Gott“, sondern der lebendige Herr ist.
Am 4. Februar 1932 traf er eine endgültige Entscheidung: Er übergab Jesus sein Leben und ließ sich bald darauf taufen.
Diese Bekehrung hatte radikale Folgen: Seine Eltern lehnten ihn daraufhin vollständig ab, und seine Ehefrau verließ ihn für immer. Der Bruch war endgültig.
Doch Bakht Singh schrieb später sinngemäß:
„Ich verlor meine Familie, meine Stellung, mein Ansehen – aber ich fand Jesus. Und das genügte.“
3. Rückkehr nach Indien – als Evangelist ohne Organisation

Salman0802, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Nach seiner Bekehrung kehrte Bakht Singh 1933 nach Indien zurück – ohne Missionsgesellschaft, ohne finanzielle Absicherung, ohne Organisation. Nur mit Bibel und Vertrauen.
Er predigte in Dörfern und Städten, zuerst unter Studenten, später unter der Landbevölkerung. Seine Botschaft war einfach, aber kraftvoll: Jesus lebt – und Indien braucht ihn.
Er wollte keine westliche Religion bringen, sondern einen lebendigen Christus verkünden – in indischer Kultur und Sprache.
4. Ein Leben im Gebet
Bakht Singh war ein Mann des Gebets. Vor wichtigen Entscheidungen verbrachte er oft ganze Nächte – oder mehrere Tage – im Gebet. Und nicht nur allein: Er betete gemeinsam mit anderen, hörte auf den Heiligen Geist und wartete geduldig.
Er war überzeugt: Der Wille Gottes wird nicht durch Strategien erkannt, sondern durch Hören.
Seine Versammlungen waren durchdrungen von Gebet – nicht als Pflicht, sondern als Lebensatem. Viele hielten ihn für einen modernen „Mann nach Gottes Herzen“, weil er mehr auf die Knie ging als ans Mikrofon.
5. Die Bibel – seine geistliche Heimat
Bakht Singh betrachtete die Bibel als unfehlbares Wort Gottes. Er kannte unzählige Bibelstellen auswendig und predigte ausschließlich auf der Grundlage der Schrift.
Er forderte jeden Christen auf, eine eigene Bibel zu besitzen und darin zu lesen – selbst Analphabeten. Er soll gesagt haben:
„Kauft eine Bibel. Auch wenn ihr sie nicht lesen könnt – haltet sie fest, sie wird euch verändern.“
Seine Lehre war bibeltreu, tiefgehend und zugleich verständlich. Durch sein eigenes Leben zeigte er, dass die Bibel mehr als ein Buch ist – sie ist eine Kraft.
6. Gottesdienste als Orte echter Anbetung
In den Gemeinden, die durch ihn entstanden, hatte die Anbetung einen zentralen Stellenwert. Sie war nicht ein Programmpunkt – sondern das Herzstück.
Jeder sollte sich beteiligen: beten, danken, singen, loben. Diese Zeiten konnten mehrere Stunden dauern.
In einer Kultur, die oft von Ritualen geprägt war, zeigte Bakht Singh, was es heißt, Gott im Geist und in der Wahrheit zu begegnen. Die Atmosphäre dieser Versammlungen war spürbar heilig – und gleichzeitig voller Freude.
7. Einheit durch das Brotbrechen – Gemeinschaft über Grenzen hinweg
Ein zentrales Zeichen seiner Gemeinden war das gemeinsame Liebesmahl. Christen verschiedenster Hintergründe – aus unterschiedlichen Kasten, Ethnien und sozialen Schichten – saßen zusammen, aßen gemeinsam und feierten Jesus.
In einem Land, in dem Kastenunterschiede tief verwurzelt sind, war dies ein radikales Zeugnis für die Einheit in Christus.
Bakht Singh lehrte nicht nur die Einheit – er lebte sie.
8. Besitzlosigkeit und völlige Abhängigkeit von Gott
Bakht Singh lebte extrem einfach. Während seines gesamten Dienstes besaß er nur das Nötigste: seine Kleidung, seine Bibel und ein Bett. Kein Konto, keine Rücklagen, keine Sicherheit.
Er wollte niemanden zur Last fallen und zeigte durch sein Leben: Gott versorgt. Punkt.
Diese radikale Form der Nachfolge war für viele ein Vorbild – und ein leiser Protest gegen ein bequemes Christentum.
9. Wunder und Gebetserhörungen

Überliefert wird ein besonderes Ereignis beim ersten Holy Convocation (geistlichen Treffen) 1941 in Madras: 25 Menschen waren angemeldet – doch 120 kamen. Es gab allerdings nur Essen für 25. Bakht Singh bat seine Mitarbeiter dennoch, mit dem Servieren zu beginnen – im Vertrauen, dass Gott versorgt. Am Ende, so wird berichtet, wurden alle satt, und es blieb sogar noch übrig.
Solche Zeugnisse von Gebetserhörungen prägten seinen Dienst: Versorgung ohne Spendenaufrufe, Heilungen ohne Inszenierung, Entscheidungen ohne Druck – nur durch Gebet.
In diesem Bericht könnt ihr von ein paar Gebetserhörungen aus dem Leben von Bakht Singh lesen.
10. Vermächtnis und letzte Jahre
Bakht Singh starb 2000 im Alter von 97 Jahren. Er hatte in seinem Leben über 600 Gemeinden in Indien gegründet – ohne westliche Hilfe, ohne institutionelle Struktur.
Doch sein eigentliches Vermächtnis liegt tiefer:
Ein Mann, der im Gebet lebte, der die Einheit unter Christen praktizierte, der keinen Besitz sammelte, und der Jesus wirklich kannte.
Sein Leben bleibt ein leuchtendes Beispiel dafür, dass ein einzelner Mensch – im Gehorsam gegenüber Gott – ein ganzes Land berühren kann.
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Dieser Beitrag enthält eine Verlinkung zu einem Buch über Bakht Singh mit Namen und Titelangabe. Die Empfehlung erfolgt auf rein redaktioneller Basis — unbezahlt und unabhängig.
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„Bakht Singh – Ein auserwähltes Werkzeug Gottes in Indien“ von T. E. Koshy.
Ein inspirierender Lebensbericht über diesen außergewöhnlichen Evangelisten – sein Weg vom Reichtum in die völlige Abhängigkeit von Gott, gezeichnet von Gebet, Einheit und einen geistlichen Aufrüttler für die Glaubenspraxis.
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Hinweis zu den Bildern:
Die meisten im Artikel verwendeten Zeichnungen und Portraits wurden mithilfe moderner KI-Technik erstellt. Sie dienen ausschließlich der Veranschaulichung, um die Geschichte lebendig und greifbar zu machen – sie sind keine originalen historischen Aufnahmen.