Hinweis vorab – Ein Bericht über Trauma und Krieg
Dieser Beitrag enthält Schilderungen von schwerer Gewalt, religiösem Hass und tiefem menschlichem Leid. Einige der beschriebenen Ereignisse beruhen auf persönlichen Erinnerungen und Augenzeugenberichten, die nicht in allen Fällen unabhängig überprüfbar sind. Sie entstammen einer Zeit des libanesischen Bürgerkriegs, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft unermessliches Leid erlitten – viele dieser Berichte sind bis heute nur schwer belegbar oder werden kontrovers diskutiert.
Ich habe mich dennoch bewusst entschieden, Brigitte Gabriels Perspektive Raum zu geben. Ihre Erlebnisse haben ihre Weltsicht tief geprägt und sind Teil ihres öffentlichen Engagements geworden. Auch wenn einzelne Darstellungen hinterfragt werden, bleibt ihre Botschaft klar: Wenn Hass nicht widersprochen wird, kann er zerstören – Menschen, Gesellschaften und ganze Länder.
Brigitte Gabriel ist heute eine international bekannte, aber auch kontrovers diskutierte Aktivistin. Ihre Warnungen vor islamistischem Extremismus werden von vielen begrüßt, von anderen jedoch als pauschalisierend kritisiert. Unabhängig davon gilt:
Wahrheit verdient eine Stimme – auch dann, wenn sie schwer auszuhalten ist.
Gerade die dunklen Kapitel menschlicher Geschichte brauchen einen Raum – nicht zur Verurteilung, sondern zur Aufarbeitung.
Wer bereit ist hinzusehen, kann verstehen. Und wer versteht, kann Verantwortung übernehmen.
Bitte lies diesen Bericht mit Achtsamkeit. Die folgenden Abschnitte können emotional stark belasten. Doch sie erzählen von mehr als nur Gewalt: Sie erzählen auch von Wandlung, Mut, Wahrheit – und der Hoffnung, dass das Erlebte nicht umsonst war.
Brigitte Gabriels Geschichte ist die eines Mädchens, das inmitten von Krieg, Hass und Zerstörung aufwächst – und doch Hoffnung findet.
Was sie im libanesischen Bürgerkrieg erlebte, hat sie nicht gebrochen, sondern geformt.
Dieser Beitrag zeichnet ihren Weg nach – von den dunklen Jahren im Bunker bis zu ihrer heutigen Stimme gegen Extremismus und für Wahrheit.
Familiärer und religiöser Hintergrund
Brigitte Gabriel wurde am 21. Oktober 1964 als Hanan Qahwaji in Marjayoun, Südlibanon, geboren. Ihre Eltern waren syrisch-maronitische Christen; der Vater betrieb ein Restaurant und besaß Land, die Mutter engagierte sich im Haushalt und Gemeindeleben. Brigitte war offenbar Einzelkind. Die Familie gehörte zur lokalen christlichen Mittelschicht, stark im maronitischen Netzwerk verwurzelt
In ihrer christlichen Privatschule wurde das Alte Testament bewusst weggelassen, da Juden und Israel als Feinde porträtiert wurden – mit Aussagen wie „Juden sind der Satan, man muss sie ins Meer treiben“
Gesellschaftlicher Kontext: Libanon vor dem Bürgerkrieg
In den 1960er und frühen 1970er Jahren galt der Libanon als eine der weltoffensten Gesellschaften im Nahen Osten. Beirut war ein kulturelles Zentrum mit Buchhandlungen, Cafés, Universitäten und Mode – oft als „Paris des Nahen Ostens“ bezeichnet.
Der gesellschaftliche Friede basierte auf einem empfindlichen religiös-konfessionellen Gleichgewicht. Ab 1948 und deutlich nach dem Krieg 1967 kamen Hunderttausende palästinensische Flüchtlinge ins Land, vorwiegend Muslime. Gleichzeitig stiegen muslimische Bevölkerungsgruppen – insbesondere Schiiten – zahlenmäßig stärker, da sie mehr Kinder bekamen. Während Christen oft nur drei bis vier Kinder hatten, war Kinderreichtum in muslimischen Kreisen üblich. Diese demografische Dynamik veränderte das religiöse Gleichgewicht im Land und brachte politische Spannungen mit sich.
Beginn des Bürgerkriegs und die Gewalt gegen Christen
Der libanesische Bürgerkrieg begann am 13. April 1975 mit einem Attentat auf einen Bus in Beirut. Christliche Milizionäre der Phalange-Partei eröffneten das Feuer auf einen Bus mit überwiegend muslimischen Passagieren. Dieses Ereignis löste eine Kettenreaktion sektiererischer Gewalt aus. Innerhalb kürzester Zeit zerfiel der staatliche Ordnungsrahmen.
Die Regierung verlor die Kontrolle. Milizen übernahmen zunehmend die De-facto-Herrschaft über ganze Stadtviertel und Regionen. In Beirut etablierte sich entlang einer Frontlinie die sogenannte „Green Line“, die die Hauptstadt in einen muslimisch kontrollierten Westteil und einen christlich geprägten Ostteil aufteilte.
Als der Bürgerkrieg auch den Süden Libanons erreichte, wurde Brigittes Heimatstadt Marjayoun zunehmend zur Zielscheibe islamistischer Milizen. Eines Tages schlug eine Bombe in unmittelbarer Nähe ihres Elternhauses ein. Das Haus wurde vollständig zerstört, und Brigitte wurde dabei schwer verletzt und unter den Trümmern begraben.
Sie wurde gerettet und in ein Krankenhaus gebracht, wo sie rund zwei Monate behandelt wurde. Die Verletzungen waren ernst, sie benötigte medizinische Versorgung und Zeit zur Erholung. Doch was sie in dieser Zeit erlebte, hinterließ eine mindestens ebenso tiefe seelische Wunde: Im selben Gebäude wurden auch verwundete islamistische Kämpfer versorgt. Brigitte konnte hören, wie einige dieser Männer die Ärzte anbrüllten und verlangten, dass man die christlichen Patienten töten solle. Sie erinnerten die Behandelnden daran, dass „Christen Hunde“ seien – Worte, die sich tief in ihr Gedächtnis einbrannten.

Autor/-in unbekanntUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Von Autor/-in unbekannt – https://reviews.ipmsusa.org/review/lebanese-civil-war-volume-2-quiet-storm-1978-1981, Gemeinfrei, Link
Sieben Jahre im Bunker – Überleben unter dem Boden
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus war für Brigittes Familie klar: Es gab keinen sicheren Ort mehr. Ihr Haus war zerstört, Straßen waren unsicher, Christen wurden an Kontrollpunkten getötet. Die Familie zog sich daher in einen notdürftig vorbereiteten Luftschutzbunker zurück – ein Raum von etwa 2,4 mal 3 Metern, ohne Fenster, ohne Elektrizität, ohne sanitäre Einrichtung. In diesem Bunker lebten sie sieben Jahre lang – isoliert, auf engstem Raum, in ständiger Angst.
Kälte und Vergiftungsgefahr
Der Bunker lag unter der Erde, war feucht, dunkel und kalt. In den Wintermonaten war die Kälte kaum auszuhalten. Als einzige Wärmequelle diente eine kleine Petroleumheizung. Doch diese war gefährlich: In dem schlecht belüfteten Raum bestand ernste Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid. Um sich davor zu schützen, mussten sich Brigitte und ihre Eltern im Abstand von etwa einer Stunde gegenseitig wecken, um sicherzustellen, dass niemand das Bewusstsein verlor. Einmal durchschlafen hätte tödlich enden können.
Hunger und Nahrungsmangel
Essen war Mangelware. Die Familie verfügte nur über minimale Vorräte, die sie über Jahre strecken musste. Oft gab es nur eine Mahlzeit pro Tag, manchmal nur eine kleine Handvoll Reis oder Brot. Frisches Gemüse oder Obst gab es nicht. Die Ernährung war einseitig, nährstoffarm und auf Dauer gesundheitsgefährdend – insbesondere für ein heranwachsendes Kind.
Die tägliche Wassersuche – ein Weg voller Lebensgefahr
Der Zugang zur nächsten Wasserquelle lag zwar in der Nähe, doch der Weg dorthin führte über offenes Gelände, das von Scharfschützen überwacht wurde. Brigitte war diejenige, die häufig diese Aufgabe übernahm – sie kroch auf dem Bauch durch Straßengräben, um nicht entdeckt zu werden. Was normalerweise ein fünfminütiger Gang gewesen wäre, dauerte unter diesen Bedingungen bis zu einer Stunde. Es war ein täglicher Einsatz mit ungewissem Ausgang.
Filterung mit Strumpf – notdürftige Wasseraufbereitung
Das Wasser, das sie mitbrachte, war verschmutzt – voller Insekten und Verunreinigungen. Ihre Mutter filterte das Wasser mit einem Damenstrumpf, um zumindest die größten Fremdkörper zu entfernen. Wenn möglich, wurde es abgekocht – doch Brennmaterial war knapp, und so blieb dies die Ausnahme. Meist tranken sie das Wasser ungekocht, obwohl sie wussten, dass es gefährlich war.

Brigitte mit ihrer Mutter
Leben im Alarmzustand
Der Bunker wurde nicht verlassen, außer zum Wasserholen. Es gab kein natürliches Licht, kaum Bewegungsfreiheit und keinerlei Privatsphäre. Der ständige Beschuss, das gelegentliche Beben des Bodens, das entfernte Echo von Gewehrsalven – all das waren Teil ihres Alltags. Das Leben bestand aus Warten, Frieren, Hungern und Hoffen, dass der nächste Tag kommen würde – und dass man ihn überlebte.
Grausame Zwischenfälle – geprägt von Trauma

Jean-Jacques Kurz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Warnhinweis: Extrem verstörende Inhalte
Das Massaker von Damur
- Während des Krieges kam es zu Massakern an christlichen Zivilisten, etwa in der Stadt Damur. Dort fanden Kämpfer in einem Schutzraum eine Familie mit Baby. Um die Eltern zu demütigen, fixierten sie das Kind so, dass sie es auseinanderzogen – sie banden ein Bein des Babys an den Vater, das andere an die Mutter, zerrissen das Kind dann auf grausame Weise. Danach beschädigten sie Kirchen: Sie urinieren auf Altäre und verwendeten Seiten der Bibel als Toilettenpapier.
Das Leid einer Mutter
- Ein besonders erschütterndes Beispiel betrifft eine Frau aus ihrem Umfeld: Sie wurde von Kämpfern gefesselt, ein Messer an ihrem Arm befestigt. Unter Zwang führten die Täter ihre Hand, sodass sie ihrem eigenen Sohn die Kehle durchschnitt. Gleichzeitig wurden ihre Töchter im selben Raum vergewaltigt – sie musste alles mit ansehen.
Was diese Frau erlitt, war gezielte Zerstörung auf körperlicher und seelischer Ebene. Nach dem Vorfall war sie nicht mehr dieselbe. Sie brach psychisch zusammen, konnte weder normal kommunizieren noch eigenständig leben. Die Entmenschlichung, die sie ertragen musste, ging weit über Gewalt hinaus – sie war ideologisch motivierter Terror, mit dem Ziel, Menschen innerlich zu brechen.
Öffentlich inszenierte Grausamkeit
Brigitte Gabriel beschreibt, dass christliche Männer gezielt gefoltert wurden – in einigen Fällen schnitten Kämpfer Genitalien ab und zwangen die Opfer, diese als demütigendes Symbol in den Mund zu nehmen. In einem anderen Fall ritzen die Täter ein Kreuz in die Brust eines Christen, bevor sie ihn ermordeten oder schwer verletzt zurückließen.
Propagandataktik mit zivilen Opfern
Ein erschütterndes Beispiel dafür: Islamistische Kämpfer versteckten sich bewusst in christlichen Wohnvierteln, um Israel zu provozieren. Sie feuerten Raketen über Israel ab – absichtlich aus der Nähe von Christen-Siedlungen – in der Hoffnung, dass Israel zurückschießt und somit Zivilisten in den eigenen Reihen getötet werden. Diese Bilder sollten dann in den Nachrichten gezeigt werden – in dem Narrativ, dass ein harmloser Christen-Friedhof bombardiert wurde, nicht ein Stützpunkt islamistischer Kämpfer.
Diese Strategien waren Teil eines psychologischen Krieges: Gewalt, Inszenierung und die gezielte Gefahr für Christen spielten eine zentrale Rolle. Brigittes Erfahrungen zeigen deutlich, wie religiöser Fanatismus zur Waffe wird – mit systematischer Entmenschlichung von Zivilisten und bewusster medienwirksamer Propaganda.
Hilfe durch Israel – der Wendepunkt in Brigittes Weltbild
Militärische Entwicklung und christliche Hoffnung
Inmitten des anhaltenden Bürgerkriegs und der Gewalt gegen Christen änderte sich 1978 das Kräfteverhältnis im Süden des Libanon grundlegend. Israel startete die sogenannte „Operation Litani“, um gegen palästinensische Terrorgruppen vorzugehen, die von libanesischem Boden aus wiederholt Angriffe auf Israel verübten.
Im Zuge dieses Vormarschs drangen israelische Truppen in Gebiete vor, die zuvor von islamistischen Milizen kontrolliert worden waren. Viele christliche Dörfer, darunter auch Brigittes Heimatregion, erlebten diesen Vormarsch nicht als Bedrohung – sondern als Befreiung. Israel unterstützte die christliche Zivilbevölkerung, lieferte Lebensmittel, Medikamente und medizinische Ausrüstung. Für viele Christen war das die erste greifbare Hilfe seit Jahren.
Die Krankheitskrise ihrer Mutter
In dieser Phase verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Brigittes Mutter erheblich. Im Libanon gab es keine funktionierende medizinische Infrastruktur mehr. Schließlich wurde sie in ein israelisches Krankenhaus gebracht – Brigitte durfte sie begleiten.
Was sie dort erlebte, stellte ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf.
Ein Krankenhaus der Menschlichkeit
Im Aufnahmeraum lagen Verwundete und Kranke unterschiedlicher Herkunft: Christen, Muslime, Palästinenser – und auch ein israelischer Soldat. Brigitte hatte gelernt, dass Juden ihre Feinde seien, dass sie grausam und rücksichtslos wären. Doch hier sah sie etwas völlig anderes.
Ihre Mutter wurde vor dem israelischen Soldaten behandelt – nicht, weil sie bevorzugt wurde, sondern weil ihr Zustand ernster war. Die Ärzte handelten nicht nach Herkunft oder Religion, sondern rein nach medizinischer Dringlichkeit.
Eine jüdische Krankenschwester nahm Brigitte beruhigend bei der Hand und sagte:
„Du bist neu hier. Mach dir keine Sorgen – wir kümmern uns um sie.“
Brigitte war fassungslos. Sie erlebte zum ersten Mal, dass Menschen, die ihr von klein auf als Feinde präsentiert worden waren, sie freundlich, respektvoll und würdevoll behandelten. Die Mitarbeiter im Krankenhaus sahen den Menschen, nicht die Nationalität oder Religion.
Ein stiller, aber mächtiger Bruch
Diese Erfahrung erschütterte ihr bisheriges Weltbild zutiefst. In den rund drei Wochen, die sie an der Seite ihrer Mutter im Krankenhaus verbrachte, begann sie zu verstehen, dass die Narrative ihrer Kindheit auf Hass und Lügen aufgebaut waren. Die israelischen Ärzte wollten keinen Krieg, sie wollten heilen. Die jüdischen Pflegerinnen zeigten keine Abscheu, sondern Mitgefühl.
Der Kontrast wurde noch deutlicher, als ein arabischer Fahrer aus dem Libanon sie auf dem Weg nach Israel begleitete – und nach Geld fragte. Die israelischen Sanitäter lehnten jede Bezahlung ab.
Sie sagten nur: „Das ist ein Dienst für Menschen. Behalte dein Geld. Wir wünschen ihr eine gute Genesung.“
Brigitte hatte inmitten von Zerstörung etwas Unerwartetes gefunden: Anstand, Mitgefühl und Wahrheit – nicht in den Erzählungen ihrer Vergangenheit, sondern in den Begegnungen der Gegenwart. Diese Erfahrung wurde zur Saat für alles, was später folgte: die Infragestellung von Hass-Ideologien, die Leidenschaft für Wahrheit – und ihr künftiger Einsatz als Zeugin dessen, was sie selbst erlebt hatte.

Brigitte im Alter von 21 mit ihren Eltern
Medienarbeit und Aktivismus – die Saat beginnt zu wachsen
Nach all dem Leid, das sie durchlebt hatte, war für Brigitte Gabriel klar: Die Wahrheit durfte nicht länger schweigen. Die Erfahrung im israelischen Krankenhaus hatte einen tiefen Riss durch ihr bisheriges Weltbild gezogen – nun begann sie, bewusst dagegen anzugehen.
1984 zog Brigitte Gabriel nach Israel und arbeitete zunächst als Nachrichtensprecherin für den israelischen Fernsehsender Middle East Television, unter dem Pseudonym Nour Semaan. In arabischer Sprache berichtete sie über regionale Entwicklungen – nicht für ein westliches Publikum, sondern für Zuschauer im Nahen Osten selbst. Sie verstand diese Arbeit als bewussten Gegenpol zur jahrelangen Propaganda, der auch sie selbst zum Opfer gefallen war.
Im Jahr 1989 emigrierte sie in die USA. Dort begann sie, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen und vor Entwicklungen zu warnen, die sie bereits aus ihrer Heimat kannte. Sie gründete die Organisation ACT for America, die sich gegen eine ideologisch motivierte Islamisierung westlicher Gesellschaften wendet und sich für die Verteidigung freiheitlicher Grundwerte einsetzt.
Mit ihren Büchern Because They Hate (2006) und They Must Be Stopped (2008) wurde sie international bekannt. Darin verbindet sie politische Analyse mit autobiografischen Elementen – sie erzählt von den Jahren im Bunker, der medizinischen Hilfe in Israel, aber auch von systematischer Gewalt, Propaganda und dem inneren Wandel, den sie durchlaufen hat.
Ihre Botschaft heute

Brigitte Gabriel warnt eindringlich: Was im Libanon geschah, könne sich überall wiederholen, wenn freiheitliche Gesellschaften nicht wachsam bleiben. Sie sieht klare Parallelen zwischen den politischen Entwicklungen der 1970er Jahre im Nahen Osten und heutigen Strömungen im Westen. Ihr Appell lautet:
- Radikale Ideologien dürfen nicht verharmlost werden
- Toleranz darf nicht zur Selbstaufgabe führen
- Die Stimme der Opfer muss lauter sein als die Stimme der Ideologie

Keine künstliche Frömmigkeit – aber eine klare Deutung
Brigitte Gabriel spricht selten über eine direkte spirituelle Begegnung mit Gott. Und doch wird in ihren Aussagen deutlich: Sie versteht ihr Überleben, ihre Rettung und ihren Weg als geführt, als einen Auftrag. Ihre Lebensgeschichte, so sagt sie, sei kein Zufall – sondern ein Ruf, die Wahrheit auszusprechen. Nicht um sich selbst zu erhöhen, sondern um zu zeigen, was geschehen kann, wenn Hass nicht widersprochen wird.
Zusatz:
Was geschah in Damur?

Jean-Jacques Kurz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Am 20. Januar 1976 überfielen palästinensische Kämpfer der PLO (besonders Fatah) gemeinsam mit linken libanesischen Milizen die mehrheitlich christliche Stadt Damur.
Es kam zu einem Massaker an Hunderten christlicher Zivilisten – die Zahlen schwanken zwischen 300 und 500 Toten. Häuser wurden niedergebrannt, Kirchen geschändet, Priester und Gemeindemitglieder ermordet.
Laut verschiedenen Berichten, die auch westliche Journalisten dokumentierten, wurden Frauen vergewaltigt, Kinder ermordet und Familien öffentlich gefoltert. In mehreren Zeugenaussagen überlebender Familienmitglieder und in Berichten aus christlichen Quellen wird von der Szene berichtet, dass ein Baby durch das Binden der Gliedmaßen an die Eltern auseinandergerissen wurde. Diese Szene ist nicht in offiziellen UN-Dokumenten belegt, findet sich aber in mehreren unabhängigen Augenzeugenberichten, darunter auch in christlich-libanesischen Erinnerungswerken.
Historischer Kontext:
Das Massaker von Damur gilt in vielen Analysen als Vergeltungsaktion für das kurz zuvor verübte Massaker von Karantina (18. Januar 1976), bei dem christliche Milizen rund 1.000 muslimische Zivilisten in einem überwiegend von Palästinensern bewohnten Viertel in Beirut töteten.
Beide Massaker stehen exemplarisch für die brutale Logik der Eskalation, die den libanesischen Bürgerkrieg prägte: Grausamkeit folgte auf Grausamkeit – oft mit gezielter Rache und ethnisch-religiösem Hass als Triebkraft.

Jean-Jacques Kurz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Bildnachweis:
Die in diesem Beitrag verwendeten Fotos von Brigitte Gabriel und ihrer Familie stammen von ihrer offiziellen Website und werden mit freundlicher Genehmigung ihres Büros verwendet – herzlichen Dank für das Vertrauen.
Weitere Abbildungen zum libanesischen Bürgerkrieg und zum Massaker von Damur entstammen öffentlich zugänglichen Quellen wie Wikipedia; die jeweiligen Urheber sind direkt bei den Bildern angegeben.
Mehr über Brigitte Gabriel
Wer mehr über Brigitte Gabriel, ihre Lebensgeschichte und ihre heutige Arbeit erfahren möchte, findet auf ihrer offiziellen Webseite weiterführende Informationen (in englischer Sprache): brigittegabriel.com/about
Dort spricht sie über ihre Kindheit im Libanon, den Wendepunkt in ihrem Leben – und ihren heutigen Einsatz für Freiheit, Menschenrechte und Sicherheit in westlichen Gesellschaften.

