Die bewegende Geschichte von Esther Theumert
1. Vorwort
Es gibt diese besonderen Geschichten, die einen einfach sehr berühren. Dazu gehört für mich das sehr bewegende, authentische Zeugnis von Esther Theumert, einer wunderbaren Frau Gottes. Vor über drei Jahren habe ich bereits einen kurzen Blogartikel über ihre Erlebnisse verfasst. Doch es gibt einfach so viele wichtige Details, sodass ich den Beitrag noch mal ganz neu ins Leben rufen möchte.
Im zarten Alter von 14 Jahren beginnt für Esther der sexuelle Missbrauch durch ihren eigenen Vater, einem Mann, der in der Gemeinde als Pastor in Verantwortung steht und seine Tochter zu Hause streng im christlichen Glauben erzieht. Das Trauma verfolgt Esther viele Jahre. Obwohl sie sich so sehr nach Liebe und Annahme sehnt, kann sie die Nähe von Männern nicht ertragen. Zwei Ehen gehen kaputt. Als auch ihre dritte Ehe zu scheitern droht, lässt Esther langsam wieder Gott in ihr Leben. Lange Zeit klagte sie ihn dafür an, dass er dieses traumatische Erlebnis in ihrem Leben zugelassen hat. Doch nun lernt Esther Gott richtig kennen und darf erleben, wie er ihre verletzte Seele Stück für Stück heilt und schließlich schafft sie es sogar, mit seiner Hilfe ihrem Vater zu vergeben und wahre Freiheit zu erleben. Heute führt Esther ein glückliches Leben und investiert sich hingebungsvoll in andere Frauen, die ebenfalls schwere seelische Verletzungen erlitten haben.
2. Esthers Geschichte
Konservative & autoritäre Erziehung
Esther wurde am 05.12.1955 als zweitältestes Kind geboren. Sie war das einzige Mädchen unter 4 Brüdern. Von ihrer Mutter, die aufgrund ihrer eigenen Biografie keine Mädchen mochte, wurde sie abgelehnt. Für Esther, die nach Liebe gerungen hat, war das sehr hart.
Esthers’ Vater war Prediger. Sie wurde sehr streng und konservativ erzogen. Sie durfte keine weltliche Musik hören, nicht fernsehen, keine Hosen tragen, noch nicht einmal zum Friseur durfte sie. Von ihrer Mutter wurde sie oft kritisiert. Es gab des Öfteren Auseinandersetzungen. Sobald aber der Vater nach Hause kam, wurde sofort gespurtet.
Die vier Jungs hielten zusammen, da fühlte sich Esther manchmal außen vor. Insgesamt hat sie aber auch viele gute Erinnerungen an die Zeit mit ihren Brüdern.
Esther durfte kaum jemanden nach Hause einladen. Sie hatte keine Freunde und wurde auch von außen eher abgelehnt.
Esther liebte Gott und ging gerne in die Gemeinde, doch mit den Jahren hat sie aufgrund der konservativen Erziehung und der vielen Verbote, die Freude am Christsein, das sie damit verband, keinen Spaß haben zu dürfen, verloren. Sie hätte in dieser Zeit niemanden zu Gott führen wollen.
Der Missbrauch begann
Als Esther 14 Jahre alt war, musste ihre Mutter für eine OP ins Krankenhaus. Ihr Vater holte sie in das elterliche Schlafzimmer und erklärte ihr, dass sie jetzt seine Frau spielen müsse. Das junge Mädchen befolgte die Anweisung des Vaters. Für Esther, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nie einen nackten Mann gesehen hatte, war das ein schreckliches Erlebnis. Später sagte der Vater zu ihr, dass sie sich eine Sicherheitsnadel an ihre Kleidung machen solle, wenn sie das nochmal machen wolle.
Auch nach dieser traumatischen Erfahrung ließ der Vater nicht von Esther ab und besuchte sie jede Nacht in ihrem Zimmer, wo er sie befummelte.
Vielleicht hatte die Mutter unbewusst etwas von dem Missbrauch geahnt. Sie war eifersüchtig auf Esther.
Esther packte die Realschule nicht mehr und musste auf die Hauptschule wechseln. Von außen schien niemand wahrzunehmen, dass etwas nicht stimmte. Zumindest wurde sie nie darauf angesprochen.
Sie hasste ihren Vater, der von der Kanzel aus predigte, wie wichtig Reinheit vor der Ehe sei und es deshalb keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr geben darf, aber auf der anderen Seite immer wieder in ihr Zimmer kam, um sie zu missbrauchen.
Nach allem, was passiert war, verlor Esther den Glauben an einen Gott, der sie liebte. Sie ließ ihn nicht mehr an sich heran und baute innerlich zunehmend eine Mauer auf.
Da Esther keine Freunde hatte, denen sie sich anvertrauen konnte, dauerte es fünf Jahre, bis sie ihr Schweigen brach und jemanden in ihr Geheimnis einweihte. Später erzählte sie auch ihrer Oma, der Mutter ihres Vaters, von den schrecklichen Erlebnissen. Doch diese schenkte ihr keinen Glauben bzw. spielte es herunter: „Ach Esther, wenn das so gewesen ist, dann ist das nicht so schlimm. Das musst du vergessen.“ Für Esther eine traurige Erfahrung, die sie darin bestärkte, über den Missbrauch lieber zu schweigen, weil sie fürchtete, dass ihr doch nicht geglaubt wird.
Ausbruch in ein neues Leben & die Suche nach Liebe
Mit 18 zog Esther sofort von zu Hause aus. Sie suchte nach der Freiheit, die sie zu Hause nie hatte. Zunächst ging sie zum Friseur, was ihr all die Jahre verwehrt geblieben war, und kaufte sich neue Kleidung, sowie ein Auto. Obwohl es schwierig war, konnte sie ihr Leben irgendwie bewältigen. Rückblickend weiß Esther, dass Gott sie durch diese Zeiten getragen hat.
Wenn Esther zu Besuch in ihr elterliches Zuhause kam, war es sehr komisch für sie. Immer noch wurde sie von ihrem Vater betatscht oder bekam einen Kuss auf den Mund.
Der Gemeinde drehte sie den Rücken zu und schloss auch Gott aus ihrem Leben aus.
Durch das seelische Leid, das sie erfahren hatte, fiel es ihr sehr schwer Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig war sie auf der Suche nach Liebe. Sie sehnte sich danach, angenommen und geliebt zu werden.
In einer Disco lernte sie einen Mann kennen, der sie auch wirklich liebte. Doch nach einiger Zeit merkte Esther, dass sie seine Berührungen und von ihm in den Arm genommen zu werden, nicht mehr ertragen konnte. Obwohl sie innerlich spürte, dass sie ihn gar nicht mehr so lieb hatte, heiratete sie ihn.
Die Spannung, auf der einen Seite geliebt werden zu wollen, aber auf der anderen Seite diese Liebe gar nicht zulassen zu können, war für die junge Frau schwer. Sie glaubte, dass sie da einfach irgendwie durch müsste und akzeptierte den Gedanken, dass sie „irgendwie gestört“ sei. Das Paar bekam zwei Söhne: Daniel wurde 1978 und Benjamin 1981 geboren. Als die beiden 5 bzw. 3 Jahre alt waren, tat Esther, worüber sie schon länger zuvor nachgedacht hatte: Sie ließ sich nach 5 Ehejahren von ihrem Mann scheiden. Das war besonders auch für die beiden Jungs eine wirklich schlimme Situation, die ihnen sehr weh tat.
Doch auch nach der gescheiterten Ehe war in Esther der tiefe Wunsch nach einer intakten Ehe und Familie. Sie sehnte sich nach einer heilen Welt. Wieder lernte sie einen Mann kennen, wieder heiratete sie, wieder ließ sie sich von ihm scheiden.
In Scherben
Mit 30 wurde ihr das Ausmaß ihres Zustands bewusst. Ihr Leben lang wie in Scherben vor ihr. Sie hatte das Gefühl, ihr Leben gar nicht mehr auf die Reihe zu bekommen. Neben ihrer gescheiterten Ehe, hatte sie Schwierigkeiten mit der Erziehung ihrer Kinder und sie tat sich schwer sie so zu lieben, wie sie es sich gewünscht hätte.
Ihre Lehre hatte sie hingeschmissen. Sie hielt sich für wertlos.
In ihrer Verzweiflung traf sie eine dramatische Entscheidung: Sie wollte ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem sie ihre Kinder am Wochenende zu deren Vater gegeben hatte, versuchte sie sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Ein Freund konnte sie jedoch rechtzeitig finden und ihr somit das Leben retten. Obwohl sie es gar nicht wollte, musste sie weiterleben. Aber sie begriff, dass Gott seine Finger im Spiel hatte und dass er nicht wollte, dass sie stirbt. „Du sollst leben!“. Doch Esther wusste, dass sie das aus eigener Kraft nicht schaffen würde, und sie bat Gott um Hilfe. Eine vorsichtige Annäherung.
Wieder lernte Esther einen Mann kennen und 1988 kam ihr dritter Sohn David zur Welt. Es schien, als sei die Welt nun in Ordnung. Doch auch dieses Mal „funktionierte“ es nicht. Wieder kam es zu einer Trennung.
Schließlich lernte sie Bernd kennen. Er hat sie so angenommen, wie sie war und hat sich in sie und ihre drei Jungs verliebt. Ihm konnte sie auch ihre Geschichte anvertrauen. Für sie war die Welt jetzt richtig schön. Sie liebte diesen Mann und führte eine gute Beziehung. Bernd wurde 1995 zu Ehemann Nr. 3.
Doch nachdem sie all die Jahre niemanden richtig an sich herangelassen hatte – besonders auch Gott nicht – waren ihre inneren Verletzungen ungeheilt. Alles kam plötzlich wieder hoch: die Wut auf ihren Vater, das negative Denken …

Bernd erlebte seine Frau als zurückgezogene und verschlossene Person. Auf der anderen Seite empfand er sie aber auch sehr liebevoll. Nach ihren zwei gescheiterten Ehe, hatte er schon Bedenken, wie es in der 3. Ehe sein wird und ob Esther erneut fliehen wird.
Und dann ging es auch wieder los, dass Esther die Nähe und Zärtlichkeiten ihres Mannes nicht mehr ertragen konnte. Erneute Fluchtgedanken kamen auf. Schließlich sprach Esther auch von Trennung, für Bernd war das nie eine Option.
Esther war verzweifelt. Wieder stand sie an diesem Punkt. Sie war in einem Teufelskreis gefangen! Aber sie wollte das nicht mehr! Und so schrie sie zu Gott: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann musst du eingreifen! Ich will das nicht mehr!“
Gott greift ein
Während eines Urlaubs in Österreich besuchten Bernd und ein Freund eine Kneipe, die schließlich für einen Gottesdienst umfunktioniert wurde. Die meisten Gäste verließen die Bar, doch Bernd interessierte sich für das, was dort passierte. Die beiden Männer durften mit ihrem Bier in der Ecke sitzen bleiben und beobachteten, was um sie herum geschah. Bernd, der ursprünglich katholisch war, war von dem ungewöhnlichen Gottesdienst fasziniert. Sein Herz wurde von der modernen Musik und einer lebhaften Predigt berührt. Der lebendige Gott ist ihm an diesem Abend persönlich begegnet und Bernd übergab Jesus in einem Gebet sein Leben.
Total aufgeregt, erzählte er seiner Frau von diesem bewegenden Augenblick. Obwohl das Thema Gemeinde für sie ein wunder Punkt war, freute sie sich für Bernd und war ganz baff, dass Gott nun bewusst im Spiel war.
Durch seinen neu gewonnenen Glauben wollte Bernd in eine Gemeinde gehen. Für Esther war es schwierig, doch sie besuchten schließlich ihre ehemalige Gemeinde.
Obwohl sie sich viele Jahre lang nicht in der Gemeinde blicken ließ, wurden die beiden herzlich empfangen.
Esther war mit Gott aber noch nicht im Reinen. Sie war innerlich wütend und voller Rebellion. In den Gottesdiensten setzte sie sich in die hinteren Reihen und ließ Gott nicht an sich heran. Und so verließ sie die Gottesdienste so, wie sie gekommen war.
Der Wendepunkt – Eine tiefe Begegnung mit Gott
Doch Gott wollte seine geliebte Tochter wieder an sein Herz führen und hatte dafür auch schon alles vorbereitet.
Eines Tages wurde Esther von einer Frau aus der Gemeinde zu einer Frauenkonferenz eingeladen. Esther sagte zu und machte sich auf. Ihre innere Rebellion brachte sie auch äußerlich zum Ausdruck: Sie trug einen schwarzen Minirock und schwarze Fingernägel. Sie war in einer geteilten inneren Haltung. Auf der einen Seite hatte sie keinen Bock auf Gott, aber auf der anderen Seite war sie doch gespannt, was Gott machen und ihr zeigen wollte. Schnell fühlte sie sich auf der Konferenz wohl. Am 2. Abend gab es einen Aufruf für alle, die Gott neu begegnen möchten. Esther wollte erst gar nicht, folgte dann aber der Aufforderung einer Freundin. Und so stand die verbitterte und innerlich stark verletzte Frau schließlich doch vorne – immer noch rebellierend, was sie auch äußerlich durch ihre verschränkten Arme zum Ausdruck brachte. In ihr tobte es: Sie konnte nicht, wollte nicht. Sie konnte nicht begreifen, warum Gott das alles zugelassen hat, sodass ihr Herz so zerbrochen wurde. In dieser Haltung verweilte sie einige Zeit vorne, bis zwei Frauen auf sie zukamen und mit ihr beten wollten. Schließlich brach es aus ihr aus und sie schrie, was ihr auf dem Herzen lag: Dass sie missbraucht wurde, ihren Vater hasst und auch mit Gott nichts zu tun haben will. Und plötzlich passierte etwas Grandioses: Ein Knoten ist geplatzt und eine riesige Last ist von ihren Schultern gefallen. In dem Moment, in dem sie laut los geschrien hatte, konnte sie loslassen und Gott konnte wieder in ihr Herz hinein. Sie begriff, dass es Gott wirklich gibt und er um ihr Herz warb. Auch durch die Liebe der Frauen auf der Konferenz ist ihr diese Liebe begegnet. Sie wurde umsorgt, umarmt. Am Ende des Tages hatte sich ihr Gesicht auffallend verändert. Auch in den nächsten Tagen wurde sie immer wieder innerlich stark berührt. Esther genoss die Fülle von Gottes Liebe total. Endlich konnte sie ihn wieder an und in ihr Herz lassen. Durch prophetische Worte und Bilder wurde sie gesegnet, z.B. das Bild einer schwarzen, verwelkten Rose, die wieder neu aufgeblüht ist und Gott sagte: Diese Blume wird nie wieder verblühen!
Auch erkannte sie, dass sie trotz des ganzen Mists, den auch sie in ihrem Leben begangen hatte, in Gottes Augen rein war.
Am Ende der Konferenz hatte sich Esthers ganze Ausdrucksweise verändert. Sie spürte auch, dass sie das Dunkle nicht mehr wollte. Sie entfernte die schwarze Farbe von ihren Fingernägeln und zog sich freundliche Kleidung an. Innerlich spürte sie eine Wärme und Freude. Sie hatte wieder Freude, weiterzuleben.
Und sie konnte auch Bernd wieder sagen, dass sie ihn liebt. Ein weiteres Wunder für sie.
Endlich wird das Leben schön
Nachdem sie Jesus wieder in ihr Leben gelassen hatte, konnte sie die Welt wieder mit ganz anderen Augen sehen. Sie vertraute Gott auch ihre Ehe mit Bernd an. Sie wollte sie unbedingt aufrechterhalten, wusste aber, dass das nur mit Gottes Hilfe möglich ist.
Esther spürte, wie die dicke Mauer, die sich in all den Jahren der Bitterkeit aufgebaut hatte, nun Stück für Stück abgetragen wurde. Gott war mächtig am Wirken.
Esther und Bernd besuchten regelmäßig Gottesdienste und Esther konnte auch wieder mit Freude dabei sein und sogar im Lobpreis mitmachen.
Auch die Beziehung zu ihren Söhnen hat sich sehr positiv verändert. Sie trugen es ihr auch nicht nach, dass sie sie verletzt hatte. Esther hat sich bei ihren Kindern entschuldigt. Sie führen eine gute Beziehung miteinander.
Die größte Herausforderung
Esther begriff, dass sie ihrem Vater vergeben muss. Mehrfach sprach sie Vergebung bewusst aus, aber immer wieder kamen Wut und Zorn in ihr auf. Gott zeigte ihr, dass sie zu ihrem Vater fahren musste. Dieser Schritt hat sie ganz viel Überwindung und Kraft gekostet. Bis sie hingehen konnte, hat es zwei weitere Jahre gedauert. Die Fahrt zu ihrem Vater fiel ihr schwer, aber Gott hat sie durch getragen. Sie hat sich zu ihrem Vater gesetzt und es ausgesprochen: „Papa, du hast mich sexuell missbraucht, mir sehr weh getan, mein Leben zerstört, meine Seele getötet; aber hier und jetzt vergebe ich dir!“
In diesem Augenblick fiel eine zentnerschwere Last von ihren Schultern und sie wurde ganz frei, ebenso ihr Vater. Durch ihre Unvergebenheit waren beide gebunden, nun waren sie frei.
Der Vater reagierte mit: „Wie, jetzt erst?“. Auch wenn er selber sie nicht um Vergebung bat, konnte Esther jetzt endlich ganz frei und heil werden. Im Auto jubelte sie und feierte ihre neu gewonnene Freiheit.
Von der Konferenz, die ihr Leben für immer veränderte bis zu dem wichtigsten Schritt der Vergebung vergingen noch ein paar Jahre.
Auch mit ihrer Mutter, die selbst viel Negatives erlebt hatte, was dazu führte, dass sie ihrer Tochter nicht die Liebe entgegenbringen konnte, nach der Esther sich so sehr sehnte, gab es schließlich tiefe Begegnungen. Esther schenkte ihr Vergebung und erlebte Heilung und tiefe Liebe. Am 11.10.2022 zog Esthers Mutter im Alter von 90 Jahren in ihre ewige Heimat um.
Und heute?
Esther führt heute ein glückliches Leben. Sie ist inzwischen seit über 27 Jahren mit Bernd verheiratet und kann ihr gemeinsames Leben genießen. Auch heute bedeutet Ehe natürlich immer wieder Arbeit. Aber Esther kann aus tiefstem Herzen sagen, dass ihr die Vergangenheit nicht mehr weh tut und sie innere Heilung und Wiederherstellung erlebt hat.
Eine Antwort darauf, warum Gott das alles zugelassen hat, hat sie nie bekommen. Aber sie hat ihren Frieden darin gefunden und weiß in ihrem Herzen, dass alle Dinge letztlich zum Besten dienen sollen.
Und obwohl das, was sie erleben musste, absolut schrecklich ist, kann sie durch ihr authentischen Zeugnis heute Menschen helfen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.
Esther weiß, dass Vergebung der notwendige Schritt zu Befreiung aus Gebundenheit ist. Heute möchte sie Frauen Mut machen, Gott schneller in ihr Leben zu lassen und seine Heilung zu empfangen. Nur er kann die verwundete Seele heilen, nur durch ihn ist wahre Vergebung möglich.
Esther erlebte, wie Satan sie zerstören wollte. Doch Gott hatte einen anderen, einen wirklich guten Plan für ihr Leben. Jesus machte aus Mist Dünger!
2. Korinther 5,17: Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!
3. Die Oase-Initiative
Aus dem Wunsch heraus, Frauen zu helfen, die ebenfalls von sexuellem und seelischem Missbrauch betroffen sind, gründete Esther die Oase-Initiative, eine Einrichtung von Frauen für Frauen. Was 2010 in kleinem Rahmen zunächst in einer Privatwohnung begann, wurde 2012 zu einem Verein. Es wurde ein 500 qm großes Haus in Velbert angemietet. In einer Wohngemeinschaft für Frauen, die sich in schwierigen Situationen befinden, sollen Opfer von Missbrauch Halt und neue Perspektive finden. Ziel ist es, dass die Frauen in angemessener Zeit – in der Regel 3 Monate bis 2 Jahre, manchmal aber auch bis zu 5 Jahre und mehr – wieder in ein selbstständiges und geregeltes Leben finden können. Dabei werden sie von den ehrenamtlichen Helferinnen begleitet und individuell betreut.
In der Wohngemeinschaft erleben die betroffenen Frauen eine harmonische und familiäre Umgebung und engen Zusammenhalt. In einem geschützten Rahmen können sie zur Ruhe kommen, emotional aufgebaut werden und neue Perspektive für ihr Leben finden. Wie in einer großen Familie leben die Frauen zusammen: es wird gelacht, manchmal auch geweint. Die Frauen unterstützen einander bei der Bewältigung ihres Alltags.

Die Vision ist, dass die Frauen (wieder) ein glückliches Leben führen können.
Dass das trotz traumatischer Erlebnisse möglich ist, weiß Esther aus persönlicher Erfahrung.
Vergebung ist der Schlüssel in die Freiheit. Auch wenn der Täter gar nicht um Vergebung bittet, können wir mit Gottes Hilfe vergeben und loslassen. Vergebung ist etwas, was wir für uns selber tun, um wieder Heil werden zu können.
Bitterkeit, Groll und Hass – alles verschwindet! Wir können Gott die Vergeltung überlassen. Er hat einen wirklich genialen Plan für unser Leben!
Esthers Wunsch ist es, dass auch andere Frauen diese Erfahrung machen und eine neue Freiheit erleben dürfen. Zu dem überaus wichtigen Thema Vergebung gibt Esther auch Seminare.

Eröffnung des Hafenzentrums im Herbst 2022
Am 24./25. September 2022 wurde zudem das Hafenzentrum in Velbert eröffnet (https://www.hafenzentrum.com/). Für dieses Projekt ging der Verein unter die Bauherren. Esthers Mann Bernd, der selbst 2. Vorsitzender des Vereins ist, machte als Architekt die Planung.
Ein Schwerpunkt des Hafenzentrums liegt auf einem Mentoring-Programm mit verschiedenen Schwerpunkten, das 2 bzw. 3 Tage, 1 Woche oder 2 Wochen andauert.
Besucher, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, sollen dort Unterstützung finden, um sich zu stabilisieren und Befreiung zu erleben. Sie sollen zu neuen Schritten und Zielen ermutigt werden.
Neben dem Mentoring werden auch weitere Ankerzeiten angeboten, dazu zählen: persönliche Gespräche, Lobpreisabende und mittwochs ein Frauenfrühstück.
Darüber hinaus finden alle zwei bis drei Monate inspirierende Konferenzen und Veranstaltungen mit verschiedenen Sprecherinnen und Sprechern statt. Alle aktuellen Termine und Veranstaltungen findest du auf der Homepage des Vereins: Oase Homepage: https://www.oase-initiative.de
4. Links, Quellen, Copyright:
ERF Mensch Gott
Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=QA-zc2Ti5q0
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=uxSnhEtblkI&t=0s
Oase Homepage: https://www.oase-initiative.de
https://www.hafenzentrum.com/
Video von Danke Jesus: https://www.youtube.com/watch?v=0H-X-uQgSQo&t=99s
Diese bewegende Geschichte ist zuerst erschienen bei: www.mit-gott-erlebt.de
Copyright: Fotos / Geschichte: Esther Theumert, Text: Anita Holweger
Letztes Update: 05.09.2025
Ich danke Esther von Herzen, dass ich ihre tolle Geschichte aufschreiben und hier veröffentlichen darf. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

