Ein Kind des Islam – und die überraschende Begegnung mit Jesus

Hossein Soodmand wurde in der iranischen Stadt Mashhad geboren und wuchs in einer muslimischen Familie auf. In seiner Kindheit war er tief in die Traditionen des Islam eingebunden. Begegnungen mit Christen irritierten ihn zunächst – so sehr, dass er als Kind sogar eine Frau angriff, weil sie sich zu Jesus bekannte. Doch ihre Reaktion – voller Freundlichkeit – ließ ihn nachdenklich werden.

Später, während seiner Militärzeit, wurde Hossein schwer krank und musste ins Krankenhaus. In dieser Zeit hatte er einen Traum, der sein Leben verändern sollte. In diesem Traum begegnete er Jesus Christus. Er erlebte, wie Jesus ihm zu essen gab und ihn berührte. Als er erwachte, spürte er neue Kraft. Dieses Erlebnis ließ ihn nicht mehr los und führte ihn auf eine ernsthafte Suche nach der Wahrheit. Er begann, sich intensiv mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Schließlich fand er zu einer persönlichen Entscheidung für Jesus – ein Schritt, der sein Leben grundlegend veränderte.

Die Familie reagierte mit Ablehnung. Hossein verließ seine Heimatstadt und zog nach Teheran, wo er zunächst als Straßenverkäufer arbeitete. Nebenbei besuchte er Kurse zum Bibelstudium. Bald begann er, sich ganz dem christlichen Dienst zu widmen. In Isfahan arbeitete er in einem Blindenhospital, wo er auch seine spätere Frau Mahtab kennenlernte – eine blinde Christin, die seine Hingabe zum Glauben teilte.


Glaube unter Todesdrohung

Nach der Islamischen Revolution 1979 kehrte Hossein zurück nach Mashhad. Dort gründete er eine christliche Hausgemeinde, hielt Bibelkreise ab und leitete Gottesdienste im Verborgenen. Er verteilte Bibeln, betete mit Menschen, ermutigte andere Christen und teilte die Botschaft von Jesus – auch mit Muslimen. Dabei war ihm bewusst, wie gefährlich dieser Dienst war. Im Iran gilt der Abfall vom Islam – die sogenannte Apostasie – als Verbrechen, das mit dem Tod bestraft werden kann.

Hossein wurde mehrfach verhaftet und von den Behörden unter Druck gesetzt. Ihm wurde ein Ultimatum gestellt: Entweder er verleugne seinen Glauben, oder er müsse mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Doch er blieb standhaft. Im Vertrauen auf Jesus weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören.

Am 3. Dezember 1990 wurde Hossein Soodmand in Mashhad hingerichtet. Er gilt als der letzte bekannte Christ im Iran, der offiziell wegen Apostasie – dem Abfall vom Islam – zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Doch auch nach seinem Tod blieb die Gefahr für konvertierte Christen groß: Viele werden bis heute überwacht, bedroht, verhaftet oder verschwinden unter ungeklärten Umständen. Die Verfolgung ist real – auch wenn sie seltener öffentlich dokumentiert wird.

Soodmands Leiche wurde der Familie nicht übergeben. Stattdessen wurde er in einem abgelegenen Bereich des Friedhofs beigesetzt – einem Abschnitt, der für „Verfluchte“ reserviert war. Der Grabstein wurde später entfernt, das Grab blieb unmarkiert.


Ein Erbe, das weiterlebt

Rashin

Seine Tochter Rashin war zum Zeitpunkt der Hinrichtung 13 Jahre alt. In den Tagen danach schrieb sie einen Brief an Gott, in dem sie versprach, ihrem Vater im Glauben zu folgen – auch wenn es sie alles kosten würde. Später verließ sie den Iran, absolvierte eine theologische Ausbildung in England und trat in seine Fußstapfen.

Heute lebt Rashin mit ihrer Familie im Ausland. Gemeinsam mit ihrem Ehemann leitet sie eine christliche Arbeit, die sich besonders um Frauen kümmert, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Sie engagiert sich in Medienarbeit, Seelsorge und Lehre für persischsprachige Christinnen – viele von ihnen sind ehemalige Musliminnen, die wie sie mit Ausgrenzung, Angst und Verlust konfrontiert sind.

Das stille Zeugnis ihres Vaters lebt weiter – nicht nur in der Familie, sondern auch in den Herzen vieler Christen, die in Ländern leben, in denen der Glaube an Jesus einen hohen Preis hat.


Fakt:
Der Iran steht aktuell auf Platz 9 des Weltverfolgungsindex von Open Doors. Rund 800.000 Christen leben unter knapp 90 Millionen Einwohnern in einer islamischen Republik, in der besonders Konvertiten stark verfolgt werden. Viele werden überwacht, verhaftet oder wegen ihres Glaubens verurteilt – oft unter dem Vorwurf, die nationale Sicherheit zu gefährden. Wer im Iran vom Islam zum Christentum übertritt, muss mit langen Haftstrafen, Misshandlungen oder dem Verlust seiner Existenz rechnen.


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Quellen (Smart-Format):
sat7uk.org | persecution.com | vomradio.net | christianpost.com | persecution.org | opendoors.de


Hinweis zu den Bildern: 
Die im Artikel verwendeten Zeichnungen und Portraits wurden mithilfe moderner KI-Technik erstellt. Sie dienen ausschließlich der Veranschaulichung, um die Geschichte lebendig und greifbar zu machen – sie sind keine originalen historischen Aufnahmen.